Moin Moin Ihr Lieben
lasst mich aus gegebenem Anlass in unserem Forum „Ade zu Angst und Depression, Panik, Borderline und Bulimie“ als Wort zum Sonntag doch was zur Wut schreiben 🙂

Sie wird oft zum großen Thema (gemacht), weil sie in unserer Kultur Bäh Bäh ist.
Wut?! Hat man nicht zu haben …
Und das ist doof.
Weil sie wichtig ist.

Wut zeigt an, dass was falsch läuft.
Wenn jemand was von mir will, das mir nicht gut tut, krieg ich Wut. Das ist gesund. Das ist so gedacht. DAFÜR ist Wut überhaupt DA.

Aber weil sie Bäh Bäh ist, „darf“ man sie nicht haben … unterdrückt sie … und macht den Scheiß auch noch mit, der einem nicht gut tut, anstatt einfach mal drauf zu kloppen!

Die Energie zum Draufkloppen, die kriegt man von der Wut nämlich bereit gestellt! Kommt Wut hoch, kommt die Energie gleich mit. Gratis frei Haus.

Und wenn man sie NICHT nutzt, um auf das Schädigende, Unachtsame, Verletzende drauf zu kloppen – was einen frei und glücklich halten würde – passiert noch was Weiteres, ganz Dummes: Die Energie bahnt sich anders.
Entweder, man spürt dass sie raus muss und verletzt sich selber. Wird krank im Kopf oder lässt das eigene Blut fließen.
Oder man widersteht diesem Impuls, und dann bahnt die Energie sich selber und man wird krank. Oft sind Krankheiten sogar ein ganz klarer Hinweis darauf, WAS für eine Wut sich in ihnen kanalisiert hat. Geht mir selber zumindest immer so. Und bei anderen beobachte ich das schon auch …

Damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass man anderen Leuten auf die Köppe kloppen sollte. NEIN. Es reicht ein Kissen 😉 (Egal, ob man hinter verschlossenen Türen drauf haut, oder ob man es nimmt und ihnen an den Kopf schmeißt)
Holzhacken mit Foto geht auch.
Aber noch einfacher wäre es natürlich, an der richtigen Stelle mal Nein zu sagen. Ganz freundlich.

„Nein“. Lächeln. „Tut mir nicht gut. Mach ich nicht. Magst du auch ein Eis?“

Dann kommt erst gar keine Wut, und die große, spannungsgeladene Energie kommt auch nicht hoch.

Aber WENN Wut kommt, sollte man unbedingt hingucken, WESHALB sie kommt und worauf. Und dieses Ding sollte man dann NICHT mitmachen, weil es einem nicht gut tut.

Selbstdisziplin setze ich dabei natürlich schon voraus. „Nee, kein Bock“ gibt´s nicht, wenn man glücklich und wutfrei leben will. Nach „Bock“ fragt niemand, denn BEQUEM ist ein glückliches Leben NICHT. Und dass man sich in den richtigen Momenten selber diszipliniert, gehört dazu.
Aber wenn man das tut, kriegt man ja auch keine Wut. Sondern Dankbarkeit für das Leben. Weil die Dinge dann ineinander greifen. Und ein bisschen Stolz auf sich selbst kriegt man auch. Und noch mehr Dankbarkeit.

Habt einen schönen Sonntag, Ihr Lieben <3